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DIE LINKE. Fraktion im Kreistag Recklinghausen

Keine Fracking-Bohrungen zur „unkonventionellen“ Gewinnung von Erdgas“ im Kreis Recklinghausen

auf der Suche nach neuen Erdgasquellen haben große Energiekonzerne unkonventionelle Erdgas-Lagerstätten ins Auge gefasst. Diese Gasvorkommen – auch als Schiefergas, Kohleflözgas und Tight Gas bezeichnet – sind im Gegensatz zu konventionellem Erdgas im Gestein eingeschlossen. Sie können nur durch die Fördermethode des Hydraulic Fracturings, kurz Fracking, erschlossen werden.

auf der Suche nach neuen Erdgasquellen haben große Energiekonzerne unkonventionelle Erdgas-Lagerstätten ins Auge gefasst. Diese Gasvorkommen – auch als Schiefergas, Kohleflözgas und Tight Gas bezeichnet – sind im Gegensatz zu konventionellem Erdgas im Gestein eingeschlossen. Sie können nur durch die Fördermethode des Hydraulic Fracturings, kurz Fracking, erschlossen werden.
Antrag

  1. Aufwand und Nutzen stehen bei der Erdgasförderung mittels Fracking in keinem sinnvollen Verhältnis. Demzufolge wird eine Rohstoffgewinnung durch die Fracking-Methode vom Kreistag Recklinghausen abgelehnt. Der Kreistag beauftragt die Verwaltung, keine Grundstücke und Flächen des Kreises für die Aufsuchung und Förderung von Erdgas mittels Fracking zur Verfügung zu stellen. Eingeschlossen sind Probebohrungen.
  2. Der Kreistag fordert alle Tochtergesellschaften des Kreises Recklinghausen auf, ebenso zu verfahren.
  3. Die Verwaltung wird beauftragt, die möglichen direkten und indirekten Umweltauswirkungen und Umweltrisiken für die im Kreis Recklinghausen vorhandenen Kohleflözgas- und Schiefergas-Vorkommen zusammenzutragen. Dabei sollten mögliche Gefährdungspotenziale bezogen auf Siedlungsbereiche, Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete, Wassergewinnungsgebiete, Bereiche von Mineralwasservorkommen und landwirtschaftliche Nutzflächen besonders in den Blick genommen werden.

Begründung
Beim Fracking wird eine mit giftigen Chemikalien versetzte Flüssigkeit mit hohem Druck in die Tiefe gepumpt, um das gastragende Gestein aufzubrechen. Die Frac-Flüssigkeit verbleibt zum Teil in der Tiefe. Diese Technik ist mit hohen Risiken für die Bevölkerung und die Umwelt, insbesondere das Trinkwasser, verbunden. Die hochgiftigen Chemikalien in der Frac-Flüssigkeit können das Oberflächen- und Grundwasser irreversibel verschmutzen. Die Frage nach der Rückholbarkeit, der Aufbereitung und der Endlagerung der Frac-Flüssigkeit ist bislang ungeklärt.
Die Treibhausgasbilanz von Gas aus unkonventionellen Lagerstätten fällt deutlich schlechter aus als bei „herkömmlichem“ Erdgas. Eine amerikanische Studie (Howarth et al.) kam sogar zu dem Schluss, dass Fracking-Gas selbst im Vergleich mit der Kohleförderung klimaschädlicher ist. Eine Studie im Auftrag des EU Parlaments kommt zu dem Ergebnis, dass die Rolle von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in der Energieversorgung als marginal klein anzusehen ist. Ein deutlicher Beitrag zur Reduktion der europäischen bzw. der deutschen Gasimporte ist nicht zu erwarten. Ein Gutachten der NRW-Landesregierung bestätigt große Gefahren für das Grundwasser.

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